Kommentare

Hier veröffentlichen wir Ihre Meinungen und Kommentare zum Bürgerbegehren.
Schreiben Sie uns an die Adresse info@bi-schriesheimerhof.de.

Die an dieser Stelle veröffentlichten Meinungen spiegeln die persönlichen Ansichten der Autoren wider und müssen nicht unbedingt mit der Meinung der Bürgerinitiative übereinstimmen.

Kommentarliste

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Gedanken zum letzten Amtsblatt – Susanne Wuwer-Belz 27.07.2021 (neu)
Ohne Konzept und Substanz – Thomas Perry 25.07.2021 (neu)
„Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach, vergessend, was du hast.“ – Iris Lippert 12.07.2021
Unsere Entgegnung – Joachim Finkbeiner-Rinn 11.07.2021
Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe – Iris Lippert 08.07.2021
Flyer nicht überzeugend – Prof. Peter Merkel 06.07.2021
Bewährtes erhalten – wofür ein zweiter Supermarkt? – Piero Ravera 01.05.2021
Ein Postkartenidyll? – Jörg Tröger 09.04.2021
Das Rätseln geht weiter: Was plant der Gemeinderat auf den Flächen am „Schriesheimer Hof“? – Edit Spielmann 06.04.2021
Wertverlust droht – Jürgen Traub 09.02.2021
Prädikat „Luftkurort“ – Ana Chagas-Traub 09.02.2021
Discount-Supermarkt (Billig-Markt) erwünscht? – Joachim Finkbeiner-Rinn 06.02.2021
Gewerbesteuer statt Landwirtschaft? – Jochen Schwarz 21.01.2021
Es war einmal ein Luftkurort – Jörg Tröger 19.01.2021
Lieber zukunftsweisend… – Saskia Streib 15.01.2021
Vertrauen in die Zukunft – Jürgen Traub 13.01.2021
Mein Lieblingsspazierweg – Monika Rieger 12.01.2021
Moschtwies soll MoschtWIES bleiben! – Iris Lippert 11.01.2021
Verantwortung – Jürgen Traub 11.01.2021
Erholungswert in Wilhelmsfeld – Susanne Wuwer-Belz 11.01.2021
Bleibt Wilhelmsfeld weiter Luftkurort? – Winfried Belz 11.01.2021
Bürgerbeteiligung? – Leonie Kunz 10.01.2021
Gedanken zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Schriesheimer Hof“ – Jürgen Traub 10.01.2021
Viel Geld zu verschleudern? – Joachim Finkbeiner-Rinn 10.01.2021
Schmetterlinge statt Supermarkt – Edit Spielmann 10.01.2021
Supermarkt auf der grünen Wiese – Jochen Schwarz 10.01.2021

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Gedanken zum letzten Amtsblatt

  1. In der RNZ vom 21.7. stand die Schlagzeile: (dazu gehört angehängtes Bild!)

Mein Kommentar dazu:
„Ist dies nur in den Städten so?- Wohl bald auch für Wilhelmsfeld von Bedeutung!

  1. Beim Lesen der Artikel zum Schriesheimer Hof im Amtsblatt vom 21.7. stellen sich mir nach wir vor einige Fragen:
  • Wer aus dem Gemeinderat wäre bereit sein Grundstück herzugeben ohne vorherige umfängliche Informationen und ohne Einwilligung?
  • Gebietet es nicht der Anstand, dass betroffenen Eigentümer und Bürgerinnen und Bürger des Ortes vor den ersten Planungen informiert und zur Diskussion gebeten werden – mit allen Informationen, die notwendig sind, um entscheiden zu können?
  • Hat nicht die CDU von Ba-Wü. mit unterschrieben, dass der Flächen-Fraß drastisch reduziert werden soll?
    Und in W.-feld gilt das nicht mehr?

Susanne Wuwer-Belz, 27.07.2021

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Ohne Konzept und Substanz

Eine ganze Weile war ich noch hin- und hergerissen, was die Pläne der 3 Fraktionen im Gemeinderat für das Areal rund um den Schriesheimer Hof anbelangen. Ich habe zunächst beim Bürgerbegehren unterschrieben, weil ich das Vorgehen der Fraktionen von BGW, CDU und FGW überhaupt nicht gut fand. Mich überzeugte nicht, was die 3 Fraktionen an Begründung aufgeführt hatten. Ich vermisste substanzielle Fakten, die den proklamierten Bedarf belegt hätten. Und schließlich war ich völlig überrascht, dass dieser Vorschlag, der doch den drei Fraktionen zufolge der Daseinsversorgung und der Entwicklung der Gemeinde dienen soll, keinerlei Bezug zu dem Gemeindeentwicklungsplan aufzeigte, den die Gemeinde erklärtermaßen erstellen will. Erst im September des vergangenen Jahres war ich auf einer Bürgerveranstaltung, die die Gemeindeverwaltung zusammen mit einem Entwicklungsbüro wegen des Erstellens eines Gemeindeentwicklungsplans durchführte. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger wurden nach ihren Vorstellungen dazu gefragt und der Gemeindeentwicklungsplan angekündigt. Aber damals war weder die Rede von dem Bebauungsplanverfahren und den Vorstellungen der Fraktionen dazu, noch wurde von dem jetzt zur Disposition stehenden Areal gesprochen, obwohl Vertreter der Fraktionen damals anwesend waren. Das passte für mich einfach nicht zusammen. Mein erster Eindruck war deshalb, dass Fakten geschaffen werden sollten, statt vor einer Beschlussfassung im Ort mit den Bürger*innen eine Diskussion darüber zu führen, was für unseren Ort sinnvoll und nötig wäre.

Aber ich hatte trotzdem die Erwartung, dass da noch mehr an Informationen kommen würde. Also besuchte ich die Online-Informationsveranstaltung der drei Fraktionen am 15.7.21, um zu hören, was zusätzlich erklärt werden würde.

Thomas Perry – 25.07.2021

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„Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach, vergessend, was du hast.“        William Shakespeare

Welche Gemeinde im Umland in unserer Größenordnung kann sich glücklich schätzen mit:

  • einem kleinen Obst- und Gemüseladen mit Lebensmitteln
  • und einem, ja so ist es – kaum zu glauben aber wahr – einem kleinen REWE-Supermarkt, dem WILKA-Markt, mit integrierter Metzgereifiliale,
  • einem Bäcker (Generationenbetrieb),
  • einem Blumenladen,
  • zwei Geldinstituten,
  • einer Apotheke,
  • einem Geschäft mit Postservice und Büromaterialverkauf,
  • zwei Cafés,
  • mehreren Arzt- und Zahnarztpraxen,
  • einem ansässigen Pflegedienst
  • sowie einer Bibliothek, einem Dönerladen, einer Tankstelle, einer Kfz-Reparaturwerkstatt,….. ?

Von solch einer Infrastruktur können andere Umlandgemeinden nur träumen. Und in dieser über Jahre oder Jahrzehnte gewachsenen Infrastruktur liegt viel Herzblut sowie persönliches Engagement, und sie ermöglicht die Existenz sowohl von Inhaber-Familien als auch Beschäftigten, die seit langer Zeit die Bevölkerung versorgen. Und es funktioniert.

Was geistert nur in den Köpfen derer rum, denen jetzt noch ein Vollversorger vor Augen schwebt? Wir haben doch schon einen. Da gibt’s reichlich Auswahl, auch für den kleinen Geldbeutel: Einfach mal reingehen! Ist der auf einmal nicht mehr gut genug? Oder geht es den Planenden um die Auswahl zwischen 50 Nudelsorten und -formen oder von 30 unterschiedlichen Farben von Putztüchern oder einer reichen Auswahl unterschiedlich geprägten und bedruckten Toilettenpapiers? (Die Mehrlagigkeit nicht zu vergessen!).

Und wie lange ist der Zugang vom Parkplatz zum WILKA-Markt schon ein Thema im Dorf? Die Sache wurde nie angepackt. Aber alle kennen die Situation. Den Zugang zum Parkplatz zu ebnen dürfte die Gemeinde doch hinbekommen! Da sollte Energie reingesteckt werden, in dieses kleine Fleckchen Fläche. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Sollte es am Geldmangel liegen, dann wird eben eine solidarische Spendenaktion ins Leben gerufen.

Iris Lippert – 12.07.2021

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Wir veröffentlichen auch Kommentare, die nicht unserer Meinung und Haltung entsprechen. Bei größeren Abweichungen behalten wir uns eine Gegenrede vor.

Flyer nicht überzeugend

An die B.I.S.
Betr.: Bebauungsplan Schriesheimer Hof / Info-Papier B.I.S. Juni 2021
Kurzfassung des Schreibens vom 28.6.21 *)
Ihr Flyer überzeugt mich nicht: Er diskreditiert sich durch rigorose Einseitigkeit, bloße Vermutungen, Thesen ohne Belege und faktische Fehleinschätzungen. Sein Titel verspricht Informationen, wo man Konkretes erwartet, bleibt er im Ungefähren (s. ausführliches Schreiben vom 28.6.21).

Die Erstellung eines Bebauungsplans wurde vom Gemeinderat als demokratisch legitimiertem Gremium parteiübergreifend mit großer Mehrheit beschlossen. Dass die B.I.S. dagegen angeht, ist ihr verbrieftes Recht. Das Recht auf seiner Seite zu haben, heißt aber nicht zwangsläufig, in der Sache recht zu haben. Problematisch ist in diesem Fall, dass eine komplexe Sachlage auf ein simples Ja oder Nein, ein Alles oder Nichts reduziert wird. (Hier ließe sich vom Altmeister Goethe lernen: „In der Welt ist es sehr selten mit dem Entweder-Oder getan“.). Jedenfalls: Wenn der Kompromiss der Wesenskern der Demokratie ist, mache ich hinter Ihren Anspruch, „mehr Demokratie“ (s. Flyer) herzustellen, durchaus ein Fragezeichen.

Ihre Intervention dient der Erhaltung des seit Langem Bestehenden. Eigener Gestaltungswille: Fehlanzeige! Sie entmündigen die Gegenwart und „vertrauen“ auf „gute Entscheidungen kommender Generationen“ – ziemlich weltfremd, oder? Der Gemeinderat wiederum könnte zur Kenntnis nehmen müssen, dass er in einer entscheidenden Frage nichts zu entscheiden hat. Damit gewinnt dieses Ehrenamt eher nicht an Attraktivität – auch das gehört zum Thema „mehr Demokratie“.

Wilhelmsfeld ist eine mit Natur reichlich gesegnete Gemeinde. Da der Mensch vom Anblick der schönen Natur allein schwerlich leben kann, ist die Bebauung eines überschaubaren Gebiets (das wohl in absehbarer Zeit nicht zum UNESCO Weltnaturerbe zählen wird) im Sinne eines vielfältigen Interessensausgleichs vertretbar. Die legitimen Modernisierungs- und Expansionswünsche bzw. -notwendigkeiten von Handwerk, Gewerbe und Dienstleistung lassen sich, die nötige Kompromissbereitschaft vorausgesetzt, mit dem Gedanken des Naturerhalts durchaus vereinbaren.

Von der Gemeinderatsmehrheit geplante Projekte wie z.B. Ärztehaus und Supermarkt, beide barrierefrei zugänglich und verbunden mit einem verkehrsgerechten Parken, verdienen m.E. ebenso Unterstützung wie die Überlegungen zu einer modernen Mobilitätsstation.
                                                                    Prof. Peter Merkel, 06.07.2021

*) Anmerkung der Redaktion: Wir geben an dieser Stelle eine von Herrn Prof. Merkel selbst verfasste Kurzfassung seines Schreibens vom 28.06.2021 wieder, dessen Veröffentlichung den Rahmen eines Kommentars sprengen würde. Der offene Brief ist in seiner vollen Länge auf der Homepage der Befürworter des Gewerbegebietes nachzulesen.

Unsere Entgegnung
Bezüglich des Vorwurfs der Einseitigkeit und fehlender eigener Vorschläge verweisen wir auf die ausführlichen Beiträge auf unserer Homepage, durch die wir die Vielschichtigkeit der Probleme, Versäumnisse und Folgen einer Ausweisung von 6,4 ha Gelände am Schriesheimer Hof als Baugebiet – vorzugsweise für die Ansiedlung von Gewerbe – detailliert darstellen (s. Seite Argumente).

Selbstverständlich mit der Einseitigkeit, die uns von der Gemeindeordnung vorgegeben wird: Ein Bürgerentscheid muss sich auf eine einzige klare Frage beschränken, die mit JA oder NEIN beantwortet werden kann, differenziertere Fragestellungen sind nicht zulässig (s. Seite „Bürgerentscheid„). Insofern stehen wir eindeutig auf der Seite JA für die Rücknahme des Gemeinderatsbeschlusses zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens und damit für den Erhalt der Grünflächen.

Die potentielle Versiegelung von mehr als 6 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche ist alles andere als moderat (siehe dazu die ökologischen Begründungen auf der Homepage) und durch keinerlei belastbare und veröffentlichte Bedarfsanalyse zum örtlichen Handwerk und Gewerbe begründet. Wir warten geduldig auf die Veröffentlichung eines auf einer solchen Analyse fußenden Entwicklungskonzeptes der Gemeindeverwaltung. Dieses hätte bereits im Vorfeld als Grundlage einer umfassenden Information der Bürgerinnen und Bürgern mit anschließendem Dialogprozess dienen müssen, wenn man diese bei der Planung mit solchem Ausmaß mitnehmen möchte.

Ferner empfehlen wir die Podcasts mit einigen Anwohnern und Grundstückseigentümern auf unserer Homepage. Dort ist Erstaunliches im Umgang der Gemeindeverwaltung mit den Betroffenen zu erfahren. Wie uns berichtet wurde, hat die Gemeinde sogar vergeblich versucht, im Vorfeld des Verfahrens, Gelände zum Verkehrswert von den Eigentümern zu erwerben. Hoffentlich nicht mit der Absicht am Wertgewinn nach der Erschließung selbst zu verdienen! Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sieht in unseren Augen anders aus. Auch die übrigen Podcasts eröffnen tiefgreifendere Hintergründe. Besonders hinweisen möchten wir auf die Interviews mit dem ehemaligen Gemeinderat Gottfried Türk und den Inhabern des örtlichen Einzelhandels. Diese sehen sehr wohl Ihre Betriebe durch die Ansiedlung eines großen Marktes gefährdet. Und die Grundstücksbesitzer könnte nach den Ausführungen von Herrn Türk eine kalte Enteignung – ob verkaufswillig oder nicht – treffen. Viel persönlicher Verlust nur um einen bequemeren Standort für einen Supermarkt zu schaffen.

Zuletzt noch eine Anmerkung zum Ärztehaus: Sowohl die Ärztinnen des MVZ als auch der Pflegedienst Sonnenschein haben ihre Praxen und Büros in eigenen Immobilien und sind nicht daran interessiert, sich in ein neues Gebäude einmieten zu müssen. Ferner besitzt das MVZ seit geraumer Zeit ein barrierefrei zugängliches Behandlungszimmer im Erdgeschoss, das momentan allerdings für Corona-Impfungen reserviert ist. Einer zusätzlichen praxisärztlichen Versorgung wird die kassenärztliche Vereinigung bei zwei allgemeinärztlichen Praxen für 3500 Einwohner kaum zustimmen. Die Diskussion um ein Ärztehaus ist somit aus baulicher wie aus betrieblicher Sicht unbegründet (s. Seite Argumente | Bebauung).

Unsere Aussagen beruhen also nicht auf bloßen Vermutungen und Fehleinschätzungen. Ganz im Gegenteil, wir stellen nur solche Fakten fest, die wir auch durch Recherche und Gespräche belegen können. Zu bloßen Vermutungen kann man allerdings neigen, wenn man sich fragen muss, warum ein kostspieliges Bebauungsplanverfahren für 6,4 ha Gelände angeschoben wird, wenn anschließend nur 2 ha genutzt werden sollen. Jeder überplante Hektar verursacht der Gemeinde schließlich erhebliche Kosten. Nur für einen – unnötigen – zweiten Supermarkt wäre ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren ausreichend.

                                                            Joachim Finkbeiner-Rinn, 11.07.2021

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Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe

Wenn es darum geht, die Demokratie lebendig und „bürgernah“ zu gestalten, dann beinhaltet das für die Bürger/Innen mehr als nur zu Wahlen zu gehen. Darüber hinaus bedeutet es Kommunikation mit allen Beteiligten auf Augenhöhe im Vorfeld von einer so weitreichenden Planung wie im vorliegenden Fall mit etlichen davon unmittelbar Betroffenen und den damit verbundenen Folgen und Konsequenzen für sie, die Allgemeinheit und das betroffene Gebiet. Das wäre der Mindeststandard.

In einer überschaubaren Gemeinde wie Wilhelmsfeld ist es gegenüber den langjährigen Betreibern / Inhabern der Geschäfte von der Gemeindeverwaltung / dem Gemeinderat unglaublich unfair, dass sie im Voraus von den Vorhaben überhaupt nicht in Kenntnis gesetzt wurden, geschweige denn mit ihnen darüber kommuniziert wurde. Die Betreiber / Inhaber der Geschäfte sind es doch, die am kompetentesten Auskunft darüber geben können, was passiert, wenn sie einen Supermarkt vor die Nase gesetzt bekommen. Das wäre im Vorfeld eine gute Grundlage für die Verwaltung / den Gemeinderat für eine Bedarfsermittlung eines Supermarktes gewesen.

Stattdessen ist auf der Internetseite der drei Fraktionen im Gemeinderat zu lesen, dass die Gemeinderatsfraktionen von CDU, Freien Wählern und Bürgergemeinschaft „Gespräche mit Vollsortimentern geführt haben“. Die langfristig davon betroffenen Betreiber / Inhaber der Geschäfte wissen nichts „von ihrem Glück“. Wenn jetzt schon Gespräche mit Vollsortimentern geführt wurden, dann plant man ja nicht für die ferne Zukunft, sondern für die nahe.

Und genauso intransparent ist die Situation für die Grundstücksbesitzer. Sie erhielten keine Informationen im Vorfeld über die Vorhaben. Dabei gehört ihnen das betreffende Gebiet. Was würden die jetzt Planenden sagen, wenn es umgekehrt wäre und sie so behandelt würden? Als Betreiber / Inhaber der Geschäfte / Grundstücksbesitzer / Allgemeinheit?

Wenn von der Verwaltung / dem Gemeinderat nicht so vorgegangen worden wäre wie im vorliegenden Fall, dann wäre die Gründung einer Bürgerinitiative gar nicht notwendig geworden und auch kein Bürgerbegehren (erfolgreich!) mit nachfolgendem Bürgerentscheid, der „das weitere Vorgehen erstmal lahmgelegt“ (Zitat von: Internetseite der drei Fraktionen im Gemeinderat CDU, Freien Wählern und Bürgergemeinschaft). Hier kann es nur heißen: Ursache und Wirkung.

Die Bürgerinitiative ist es, die den unmittelbar Betroffenen den Raum für ihre Stimme gibt. Jeder der will und sich für deren Aussagen / Meinungen interessiert, kann die Interviews bei den Podcasts auf der Internetseite der B.I.S. anhören. Die Verantwortlichen haben mit ihrer Intransparenz im Vorfeld dafür gesorgt, dass wir jetzt die Situation haben, wie sie ist.

Iris Lippert, 08.07.2021

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Bewährtes erhalten – wofür ein zweiter Supermarkt?

Als wir vor 12 Jahren nach Wilhelmsfeld kamen und uns überlegten hierher zu ziehen, waren meine Frau und ich der Meinung, dass alles Notwendige, was man zum Leben braucht vorhanden war: Ärzte, Zahnärzte, Pflegedienst waren dabei, ein kleiner Supermarkt, ein Gemüseladen, eine Metzgerei, ein Bäcker, ein Café mit Konditorei, und, und ….

Seit kurzem sind manche Mitbürger der Meinung, dass für die Nahversorgung das nicht genug sei und dass man noch einen größeren zweiten Supermarkt braucht. Ich frage mich, was hat sich seitdem geändert. Die Antwort ist, gar nichts! Die gleichen Geschäfte sind immer noch vorhanden. Die Versorgung der Bevölkerung ist immer noch einwandfrei.

Die Erfahrung hat immer wieder gezeigt, dass jede neue Gewerbeansiedelung am Rande einer Ortschaft dazu führt, dass Geschäfte, die innerhalb der Ortschaft angesiedelt sind schließen müssen, da die Nachfrage einfach nicht groß genug ist, um ein erweitertes Angebot zu rechtfertigen. Die Folge ist, dass, das Zentrum verwaist. In Wilhelmsfeld haben wir kein Zentrum, aber eine Reihe von Geschäften entlang der Johann-Wilhelm-Straße. Der Nachteil von einem Supermarkt angesiedelt am Ortseingang ist, dass, vor allem die Bewohner von Unter- und Mitteldorf, vor allem die Älteren die kein Auto besitzen, einen beschwerlicheren Weg zum Einkauf hätten, wenn die jetzt vorhandenen Geschäfte verschwinden würden.

Was ich mir stattdessen wünsche, ist dass, am Rewe-Supermarkt die paar Meter zum Parkplatz so gestaltet werden, dass auch im Winter der Einkaufswagen problemlos zum Auto geschoben werden kann. Ach ja, und die Qualität. Als Hobby-Koch freue ich mich, einkaufen zu dürfen in kleineren Geschäften mit lokalem und saisonalem Angebot. Frische Gemüse aus Handschuhsheim, Brot aus einer handwerklichen Bäckerei,  Fleisch mit Schlachtung aus der Region usw.

Piero Ravera, 01.05.2021

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Ein Postkartenidyll?

Historische Aufnahme des Schriesheimer Hofes in Wilhelmsfeld (schwarz-weiß)

Der Schriesheimer Hof, etwa vor 100 Jahren. Die Straße nach Heidelberg ist zu sehen, ein halbes Dutzend Gebäude, ansonsten Äcker, Wiesen und Wald. „Höhenlage, umgeben von herrlichen Wäldern“ und „Sommerfrische“, damit warb der Wirt um Gäste. Ein idyllischer Ort, ruhig, duftend, erholsam – ein wenig aus der Zeit gefallen.

Aber nein, die Bürgerinitiative Schriesheimer Hof will die Uhren keineswegs einhundert Jahre zurückstellen, es geht nicht um nostalgische Schwärmerei, sondern um die Zukunft der Gemeinde. Damit diese Zukunft lebenswert bleibt, muss sorgsam mit den natürlichen Ressourcen umgegangen werden.
6,4 Hektar unbebaute, unversiegelte Fläche, über die im Gemeinderat und der Bürgerschaft diskutiert wird, haben für Boden-, Klima- und Artenschutz schon heute große Bedeutung; sie sind ein Pfund, dessen Wert noch steigen wird, wenn überall die Bodenverbetonierung voranschreitet.

Wilhelmsfelds Entwicklung kann auch ohne weiteren Landschaftsverbrauch zukunftsfähig und lebenswert gestaltet werden, dessen ist sich die Bürgerinitiative mit guten, belegbaren Gründen sicher.

Übrigens: Als diese Postkarte damals verschickt wurde, war die „Restauration  Schriesheimer Hof“ telefonisch unter  „Amt Schönau, Nummer 35“ zu erreichen. Wie gesagt – dahin will niemand zurück.

Jörg Tröger, 11.04.2021

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Das Rätseln geht weiter: Was plant der Gemeinderat auf den Flächen am „Schriesheimer Hof“?

Seit der Gemeinderat den Beschluss gefasst hat, eine Bebauung am Schriesheimer Hof möglich zu machen, sind über vier Monate vergangen. Die Bürger wissen über das Vorhaben genau so wenig, wie vorher. Jetzt ist es aber entschieden: ein Bürgerentscheid wird kommen. Spätestens jetzt wäre es Zeit, dass die Gemeindeverwaltung erklärt, wie die Flächen dort genutzt werden sollen. Es wird doch kein teures Bebauungsplanverfahren eingeleitet, ohne eine konkrete Zielvorstellung zu haben, und auch nicht, um mal zu schauen „welches Entwicklungspotential gehoben werden kann“. Dafür hätte ein offenes Gespräch mit den Bürgern und ein entsprechendes Fachgutachten zum tatsächlichen Bedarf gereicht.

Um eine klare Entscheidung treffen zu können, müssen die Bürger über die aktuellen Pläne des Gemeinderats informiert sein. Und damit meine ich weder, dass der interessierte Bürger auf den Internetseiten der Fraktionen selbst recherchieren, noch dass er alte Wahlprogramme durchforsten muss, wie die Freien Wähler es vorschlagen: „man reibe sich mitunter verwundert die Augen“ dass manche offenbar sich nicht gut informiert fühlen, es stünde doch schon alles im Amtsblatt und im WILHELM. Was stand also 2019 im WILHELM?

„Die Versorgung mit Lebensmitteln im ländlichen Raum ist eine Infrastrukturaufgabe der Zukunft. … Gleichzeitig gilt es dennoch, eine öffentliche Debatte darüber zu führen, wie die Zukunft aussehen könnte. Kommunalpolitisch ist hier wenig Einfluss zu nehmen. Wir können lediglich die Rahmenbedingungen verbessern, dass sich Lebensmitteleinzelhandel lohnt.“

Es werden im WILHELM verschiedene Ideen gegenübergestellt und diskutiert, die Information der Bürger ersetzen solche – teilweise veralteten – Infos aber nicht.

Es wurde der Bürgerinitiative B.I.S. vorgeworfen „gerade viele Gerüchte zum Bebauungsplan im Ort zu verbreiten“. Der Gerüchtebildung könnte man leicht mit klaren Aussagen begegnen. Ich würde erwarten, dass die Einwohner auf der Webseite der Gemeinde oder im aktuellen Amtsblatt über das Vorhaben der Gemeinde informiert werden. Aber auch aus den Äußerungen der Fraktionen wird man nicht richtig schlau. Die Begründungen, weshalb die offenen Grünflächen am Schriesheimer Hof bebaut werden sollen, unterscheiden sich je nach Fraktion und je nach Zeitpunkt der Veröffentlichung. Während anfangs nur von „einer langfristigen Sicherung der Nahversorgung im Ort und „von Carsharing und Fahrradstationen“ die Rede war, kam einigen Wochen später ein Wohn- und Gewerbegebiet“ ins Spiel. Etwas konkreter wurden dann die Freie Wähler. Demnach soll „ein moderner Supermarkt“ errichtet werden. Neu in deren Plänen war auch ein „Ärztehaus mit Praxen für Therapeuten, Pflegedienst etc.“

Aktuell (05.04.21) scheint das Ärztehaus aber nur noch eine Randnotiz wert zu sein, die Mobilitätsstation nicht einmal mehr das. In ihrer aktuellen und gemeinsamen Stellungnahme argumentieren Bürgergemeinschaft, CDU und Freie Wähler lediglich mit „Vorhaltung von Flächen“ für eine „langfristige Sicherung der Nahversorgung“ und mit einer „Prüfung“, ob neuer „Wohnraum an bestehenden Straßen“ sinnvoll sei. Der Rest des Amtsblattartikels lässt viel Raum zum Raten: Was bedeutet konkret „Umwelt und Wirtschaft positiv gestalten“? Warum sollte „Wilhelmsfeld zum „Schlafdorf“ werden, wenn kein Supermarkt auf der grünen Wiese gebaut wird? Gab es bereits Gespräche oder sogar Verhandlungen mit einer Supermarkt-Kette, und wenn ja mit welcher? Und last but not least: Wie harmlos klingen diese Willensbekundungen gegenüber dem Gemeinderatsbeschluss „Rahmenbedingungen für die Ansiedlung gewerblich geprägter Betriebe“ zu schaffen!

Edit Spielmann, 06.04.2021

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Wertverlust droht

Wird die Sondernutzungsfläche, die für die Entwicklung als Luftkurort bisher vorgehalten wurde, aufgegeben und als Gewerbegebiet bebaut, verliert Wilhelmsfeld das Prädikat „Luftkurort“, quasi automatisch.

Und Sie sind Grundstückseigentümer in Wilhelmsfeld? Schon mal nachgedacht, ob der Verlust des Prädikats „Luftkurort“ als das Alleinstellungsmerkmal Wilhelmsfelds im Rhein-Neckar-Kreis und der Metropolregion den Wert Ihrer Immobilie verändern wird?

Jürgen Traub, 09.02.2021

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Prädikat „Luftkurort“

Ich will, dass Wilhelmsfeld das Prädikat „Luftkurort“ behält.

Ana Chagas Traub, 09.02.2021

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Discount-Supermarkt (Billig-Markt) erwünscht?

Eine Discounter-Kette wird eine Filiale in Wilhelmsfeld nur dann eröffnen, wenn sich das wirtschaftlich lohnt: Günstige Preise gibt es nur bei entsprechend großem Umsatz. Der ist mit der Bevölkerungszahl von Wilhelmsfeld alleine nicht zu erreichen. Der Markt muss darum so verkehrsgünstig liegen, dass er auch für die Einwohner*innen von Peterstal und Altenbach attraktiv ist. Das führt dann aber nicht zu weniger Verkehrsaufkommen, wie von den Befürwortern prognostiziert, sondern zu zusätzlichem Verkehr. Aus dem Branichtunnel kommend ist es für Altenbacher verlockend, die verkehrsgünstiger gelegene Alternative in Wilhelmsfeld anzusteuern als sich durch das Nadelöhr B 3 zu den Schriesheimer Märkten zu quälen, vor allem zu Berufsverkehrszeiten. Für die Einwohner *innen von Peterstal und Ziegelhausen, die den Branichtunnel ohnehin für sich entdeckt haben, liegt der Markt sowieso unschlagbar günstig an ihrer täglichen Route.

Der ansässige Wilhelmsfelder Einzelhandel wird der billigeren Konkurrenz jedoch nicht dauerhaft Stand halten können: Entweder es gelingt ihm mit alternativen und teureren Produkten eine Nische zu erschließen oder die Betreibe werden aufgeben müssen. Stellt die Regionalleitung des Discounters nach Zerschlagung des Wilhelmsfelder Einzelhandels jedoch fest, dass sich die erhoffte Wirtschaftlichkeit der Filiale doch nicht einstellt, wird sie sich bestimmt nicht davon überzeugen lassen, aus Menschenfreundlichkeit dennoch am Ort zu bleiben und den Standort ohne Skrupel aufgeben.
Was ist dann erreicht?

Joachim Finkbeiner-Rinn, 06.02.2021

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Gewerbesteuer statt Landwirtschaft?

Wie kommt es eigentlich, dass bei der Planung von Gewerbeansiedlungen regelmäßig und wie selbstverständlich begehrliche Blicke auf landwirtschaftliche Flächen, egal ob Wiesen oder Ackerland, geworfen werden? So als sei deren Nutzung durch die Landwirte ein privates Hobby und irgendwie zweitrangig. Und als könne man sich planerisch an diesen Flächen nach Belieben bedienen.

Unausgesprochen wird dabei die Umwandlung produktiver landwirt-schaftlicher Wiesen und Äcker zu mit Asphalt oder Knochensteinen versiegelten Park- und Rangierflächen als höherwertiges Ziel betrachtet und dies als notwendige städtebauliche Entwicklung bezeichnet.Durch die Bodenversiegelung in dem geplanten Gewerbegebiet gehen landwirtschaftlich (und ökologisch) wertvolle Acker- und Wiesenflächen verloren.

Und was sagt der Landwirt dazu, wenn ihm die ca. 1,5 ha Ackerfläche am Schriesheimer Hof genommen werden soll? Wurde er überhaupt gefragt oder zumindest vorab informiert?

Der nach wie vor ungebremste Flächenfraß, insbesondere durch die Expansion der Kommunen, macht es den Landwirten heute immer schwerer, ausreichende Flächen, z.B. für den Futteranbau, zu bewirtschaften. Hat sich darüber im Gemeinderat und in der Gemeindeverwaltung mal jemand Gedanken gemacht? Scheinbar nicht.

Ziel der Aufstellung des Bebauungsplans sind ganz wesentlich die erhofften zusätzlichen Einnahmen für die Gemeindekasse durch neue Gewerbesteuern. So wichtig diese Einnahmen für den Ort sind, aber sie werden die wirtschaftliche Situation der Gemeinde sicher nicht so entscheidend verbessern, dass der Verlust der landwirtschaftlichen Wiesen- und Ackerflächen dafür einfach ignoriert werden kann.
Denn wir alle brauchen Äcker und Wiesen in unserer Nachbarschaft. Und damit spreche ich noch gar nicht von der ökologischen Funktion lebendiger Böden und deren Bedeutung für das lokale Klima.

Jochen Schwarz, 21.01.2021

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Es war einmal ein Luftkurort

6,4 Hektar. 64000 Quadratmeter. Acht Fußballfelder. Darum geht es in Wilhelmsfeld. Bebauen, asphaltieren, versiegeln, einzäunen – oder nicht. In Deutschland gehen tagtäglich Naturflächen in der Größenordnung von 105 Fußballplätzen verloren, da machen die acht in Wilhelmsfeld, die für den Bebauungsplan vorgesehen sind, den Kohl auch nicht fett. Könnte man sagen. Aber es gilt auch, dass generell viel zu viel Boden versiegelt wird, für Straßen und Autobahnen, für Gebäude, Industrie und Plätze. Mit negativen Folgen für Umwelt, Luft und Klima. Flächenversiegelung, das ist das Problem. Und da sollte jeder, der zu entscheiden hat, zum Beispiel ein Gemeinderat, sorgfältig abwägen, ob die als Gewerbegebiet vorgesehene Fläche tatsächlich gebraucht wird.

Würden einheimische Betriebe zum Schriesheimer Hof umziehen? Man muss sie befragen. Oder rechnet man mit Betrieben von außerhalb? Dann wäre mit noch mehr Verkehr und Emissionen zu rechnen. Was sind die Interessen der Anwohner und Grundstückseigentümer? Möchten sie Teil eines Gewerbegebiets sein? Würden sie Flächen verkaufen? Auch sie muss man fragen. Und zwar bevor Kosten entstehen.

Es ist mehr als 20 Jahre her, da sollte auf dem großen Feld eine Ferienhaussiedlung gebaut werden, für – wie es damals ironisch hieß – vermögende Ärzte und Zahnärzte aus Mannheim und Ludwigshafen. Es blieb bei der Idee. Auch aus dem Supermarkt, der an den südlichen Waldrand kommen sollte, wurde nichts. Als „Nahversorger“ zu Fuß sowieso schlecht zu erreichen. Und war da nicht etwas mit einem neuen Gewerbegebiet oben am Höhenweg? Schnee von gestern.

6,4 Hektar Grün- und Ackerland – so wird man am Ortseingang von Wilhelmsfeld begrüßt. Es ist der freundliche Empfang einer Gemeinde, die sich noch Luftkurort nennen kann – wer weiß, ob sie nicht eines Tages das Gebiet zum Luftholen gut gebrauchen kann, unversiegelt.

Jörg Tröger, 19.01.2021

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Lieber zukunftsweisend… 

In einer Zeit von Klimawandel, Umwelt- und Naturschutz (und Corona) sollten wir doch lieber zukunftsorientiert mit den wenigen freien Flächen die wir noch haben umgehen.

Wäre es nicht sinnvoller Nahtourismus-Angebote auszubauen und gezielt weiter zu entwickeln um damit den ortsansässigen Handel, Gewerbe und Gastronomie zu kräftigen?!

Gewerbegebiete und „Nahversorgung“ gibt es um uns herum genug, also stärken wir lieber unser „Alleinstellungsmerkmal“, den Luftkurort, als es mit einer Angleichung zu zerstören.

Ein Tierpark, Kletterwald/Hochseilgarten und/oder Wald-Naturerlebnispfad mit kleiner Gastronomie, in der Waren der ortsansässigen Gastronomen verkauft werden, würde uns finanziell weiterbringen als ein „mal schauen was so passiert“ Gebiet welches in keinster Weise auf Fortschritt bedacht ist. Zudem würde es den Ort weiter zusammenschweißen, wenn wir uns gegenseitig stärken, als ihn durch äußere Einflüsse zu entzweien.

Wie man in den letzten Tagen/Wochen schön sehen konnte sind wir das optimale Einzugsgebiet für Nahtourismus im Rhein-Neckar-Kreis (und darüber hinaus), dass wird sich auch nach der Pandemie halten. Somit wäre es eine verspielte Chance den Leuten aus der „Ebene“ nicht das zu geben weshalb sie zu uns kommen, Natur und gute Luft und das auch noch ohne lange Anfahrt. Einen Kurzurlaub eben.

Lenken wir diesen Trend in eine für uns positive Richtung und stärken uns und unseren Luftkurort. Tun wir etwas für den Naturschutz und profitieren gleichzeitig davon.

Saskia Streib, 15.01.2021

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Vertrauen in die Zukunft

Das als Sondernutzungsgebiet bewahrte Wiesen-Areal „Schriesheimer Hof“ ist schon seit über 30 Jahren „reserviert“ für die zukünftige Entwicklung Wilhelmsfelds als Luftkurort. Das war die Bedingung, und sicherlich kein Makel. Jetzt soll es überraschend eilig zum Gewerbegebiet umgewidmet werden, auf Grundlage ungenügender Bedarfsplanung und in einem eilig gezimmerten und für die meisten Bürger unverständlichen Verfahren. So sehe ich das.
Meine Vorstellung nachhaltiger und fairer Ortsentwicklung wird nicht nur durch das Verfahren selbst, sondern auch durch die damit verbundene mangelhafte Kommunikation verletzt. Warum müssen ausgerechnet die heutigen kommunalpolitischen Akteure, die zurzeit die Ortsentwicklung bestimmen (und durch den Wahlauftrag auch bestimmen sollen), in diesem umstrittenen und polarisierenden Prozess endgültige Fakten schaffen? Wo kommt diese Motivation her?

Meine Vision ist, das schon so lange reservierte Sondernutzungsgebiet „Schriesheimer Hof“ unangetastet wie bisher der Natur zu lassen und es weiterhin für nachfolgende Generationen kommunalpolitischer Entscheider zu bewahren. Denn einmal bebaut, ist es für Visionen folgender Generationen für immer verloren. Wir sollten denen, die uns nachkommen, nicht nur die Möglichkeit sondern auch das Vertrauen schenken, dass sie in Zukunft eine gute Entscheidung zum richtigen Verwendungszweck treffen werden. Das Bürgerbegehren zur Einbindung aller Bürger und damit aller Generationen ist folgerichtig der Anfang.

Jürgen Traub, 13.01.2021

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Mein Lieblingsspazierweg

Vom Fitnessstudio Move kommend geht man den Wanderweg W 14. Wenn man aus dem Wald heraustritt, kommt man zu einer wunderschönen Naturwiese, auf der der Wiesenknopf wächst. Auf den Blüten dieser Pflanze legt der Ameisenbläuling, ein blauer Schmetterling, der unter Naturschutz steht, im Sommer seine Eier. Dann folgen Wiesen, auf denen häufig Schafe weiden. Es ist für mich immer ein reizvolles Ziel, die Schafe zu besuchen und ihnen beim Grasen zuzusehen.

Fast wie auf dem Gemälde "Wikipedia Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle" von Pieter Bruegel der Ältere. Foto (Monika Rieger)

Am vergangenen Wochenende war ich auf meinem Morgenspaziergang sehr beeindruckt. Was sich vor meinen Augen auftat erinnerte mich an das Gemälde Winterlandschaft von Pieter Brueghel. Die glitzernde Schneedecke mit den vereinzelten winterlichen Bäumen und oben am Schlittenhang viele Familien mit fröhlichen Kindern. Es war eine große Freude das zu beobachten.
Mit solch einer kostbaren Landschaft sollte man nicht leichtfertig umgehen und sie einfach zubauen.

Hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Zuerst braucht man eine Vision, wie wir unsere Gemeinde in sozialer Hinsicht weiterentwickeln wollen. Und falls es dafür Gelände braucht, könnte man überlegen, ob und wo es dafür eine geeignete Fläche gibt. Meines Erachtens wäre es momentan besser, Geld in einen Ortsbus zu investieren.

Monika Rieger, 12.01.2021

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Moschtwies soll MoschtWIES bleiben!

Die Vermeidung von Flächenversiegelung ist in aller Munde. In Wilhelmsfeld nicht?  Warum darf die gute alte „Moschtwies“ nicht das bleiben, was sie immer schon war? 
Grünes,  unversiegeltes Land, kostbarer denn je in heutigen Zeiten, einen freien Blick bietend, einfach immer wieder schön aus jeder Richtung, zu jeder Jahreszeit. Und das auch noch für die nachfolgenden Generationen.
An sie sollte man auch denken.
Nicht im Hier und Jetzt alles zupflastern und dabei immer die Worte „Wachstum“ und „Entwicklung“ im Munde führen.  Sie rechtfertigen nicht alles.
Wo sie hinführen und was sie anrichten sieht man ja zur Genüge.

Iris Lippert, 11.01.2021

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Verantwortung

„Klimaerwärmung, Versiegelung von Böden, Verlust von Natur- und Lebensraum“, diese für die Menschheit besorgniserregenden Entwicklungen beschäftigen uns alle, internationale Organisationen ringen um Lösungen zu diesen existentiellen Fragen.

Glauben der Bürgermeister und die Gemeinderäte wirklich, dass dieser Prozess nur außerhalb der Gemarkungsgrenze Wilhelmsfelds stattfindet? Das globale Ziel, Lebensraum besonders für die nachfolgenden Generationen in bestem Maße zu erhalten, ist unser aller Aufgabe. Wie steht es daher um die Verantwortung unserer gewählten Bürgervertreter? Den entstandenen Eindruck von Ignoranz und Arroganz gegenüber diesen Herausforderungen müssen sich heute alle Beteiligten selbst zuschreiben, die auf der Gemeinderatsitzung am 24.11.2020 für einen zukünftigen Bebauungsplan „ins Blaue hinein“ zugestimmt haben.

Jürgen Traub, 11.01.2021

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Erholungswert in Wilhelmsfeld

Nicht wenige Leute wohnen wegen des hohen Erholungswertes in Wilhelmsfeld, dem einzigen Luftkurort im Rhein-Neckar-Kreis.
Es ist nicht zu unterschätzen, wenn man von der Stadt nach Wilhelmsfeld kommt, diesen Ort so wohltuend vorzufinden.
Der „Luftkurort“ wird dann wohl auch Geschichte sein.
Die nahegelegenen Städte sind mit 2 Busverbindungen gut zu erreichen.
Außerdem hat Wilhelmsfeld einen Winterdienst, der seinesgleichen sucht.
Wir sollten alles darangeben, diesen Erholungswert mit seiner Natur und den noch vorhandenen Geschäften und Gaststätten zu erhalten!

Susanne Wuwer-Belz, 11.01.2021

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Bleibt Wilhelmsfeld weiter Luftkurort?

Mir ist unerfindlich, wie Vertreter und Vertreterinnen unserer Bevölkerung im Gemeinderat auf die Idee kommen können, den Eingangsbereich unseres Luftkurortes zu verunstalten!
Wissen diese Leute eigentlich, wo sie wohnen und leben? Haben sie ernsthaft darüber nachgedacht, ob sie mit dem grundsätzlichen, „grünen Licht“ für eine völlig unangemessene Bebauung den wirklichen Interessen unseres Ortes dienen?
Der Bürgermeister betont immer wieder mal, wie schön W’feld als ein Luftkurort ist – und das zu Recht!
War sein Abstimmungsverhalten entsprechend?

Inzwischen ist erfreulicherweise das Bewusstsein der Menschen in Deutschland und in vielen anderen Ländern dafür gewachsen, wie drängend ein naturgemäßer Umgang mit unseren Lebensgrundlagen ist. Das verantwortliche Handeln muss hier bei uns vor Ort anfangen! Die geplante Bebauung ist dazu sicher kein Beitrag!

Winfried Belz, 11.01.2021

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Bürgerbeteiligung?

Wir stehen mitten in einer Krise, einer Pandemie, es gelten strengste Kontaktbeschränkungen. Da wird eine Gemeinderatsitzung anberaumt. So plötzlich, ohne Vorwarnung, geht es um einen Aufstellungsbeschluss zu einem Bebauungsplan auf dem Wiesenareal des Gebietes Schriesheimer Hof. Es wird ein Beschluss gefasst und im Amtsblatt kann man nachlesen, dass damit alles offen sei. Die Bürger dürfen sich nun beteiligen und sagen, was mit dem Gebiet passieren soll. Tja, zu spät für wahre Bürgerbeteiligung… Mit dem Aufstellungsbeschluss sind schon Weichen gestellt. Es sind bereits erhebliche Kosten entstanden. Steuergelder! Wenn nun eine Mehrheit der Bürger gar keinen Bedarf sieht? Was dann? Erhebliche Summen an Steuergeld verpulvert… Na ja, man ist es ja schon gewohnt. Wie im Großen, so auch im Kleinen.

Und die Anwohner und die Grundbesitzer? Die wollen das? Die wurden nicht informiert, heißt es. Na ja, das ist ja nicht so ungewöhnlich. Ich erinnere mich an einen Bebauungsplan, da wurden die Anwohner befragt, wollten nicht, half ihnen aber nichts. Da sieht man doch, wie lernfähig mancher Gemeinderat ist. Wer nicht fragt, der kriegt auch keine unbequemen Antworten.

Ich will hier niemand angreifen, aber Leute, kann man nicht erst die Anwohner und Bürger befragen, den Bedarf ermitteln, und dann agieren? Im Sinne der Bürgerschaft? Und muss das Verfahren gerade jetzt, in einer Pandemie eröffnet werden? Ich frage einfach nur: Warum?

Leonie Kunz, 10.01.2021

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Gedanken zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Schriesheimer Hof“

FAMILIE, FREIZEIT, FRISCHE LUFT, LEBENSQUALITÄT – brauchen wir so viel mehr?

Foto (J. Traub)

Jürgen Traub, 10.01.2021

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Viel Geld zu verschleudern?

In der denkwürdigen Gemeinderatssitzung vom 24.11.2020 wurde davon gesprochen, dass die Gemeinde für das Bebauungsplanverfahren am Schriesheimer Hof viel Geld in die Hand nehmen muss. Aber wofür? Die Fraktionen sprachen in ihren Stellungnahmen von einem Nahversorger und einer Mobilitätsstation sowie ominösen Entwicklungspotentialen. Im Klartext: 6,4 ha werden vorgesehen für einen weiteren Lebensmittelmarkt sowie einen P&R-Parkplatz und dann schauen wir mal, ob sich noch Interessenten für eine gewerbliche Bebauung finden. Ist das vorausschauende Zukunftsplanung?

Die Ansiedlung eines Lebensmittelbilligmarktes – und davon war die Rede – wird sowohl den ansässigen kleineren REWE-Lebensmittelmarkt als auch Bäckerei, Metzgerei und Gemüseladen langfristig zur Geschäftsaufgabe zwingen. Ich will das nicht! Damit am Ende das Management der Discounterkette feststellt, der Standort lohnt sich doch nicht und auch wieder abzieht. Und dann?
Sinnvoller wäre es, viel weniger Geld in die Hand zu nehmen, mit dem der Zugang vom Parkplatz zum jetzigen REWE-Markt alters- und behindertengerecht hergerichtet wird und in einer bürgerschaftlichen Gemeinschaftsaktion (Freiwilligentag?) der Eingangsbereich freundlicher gestaltet wird. Die Kosten wären im Vergleich nicht einmal Peanuts, auch bei einer Vergrößerung des Parkplatzes.
Eine gute Idee ist eine Mobilitätsstation zur Unterbringung teurer Fahrräder an zentralen Bushaltestellen, wie Autohalle und Schriesheimer Hof, aber ein P&R-Parkplatz?

Mal ganz ehrlich: wenn ich mich sowieso ins Auto setzen muss, um einen P&R-Parkplatz zu erreichen, dann fahre ich gleich bis Schriesheim oder Ziegelhausen, wo mir mehr Linien mit einer höheren Taktfrequenz zur Verfügung stehen. Wenn ich aber mit einem Bürgerbus bequem eine Haltestelle des Nahverkehrs in Wilhelmsfeld erreichen könnte, sähe das möglicherweise anders aus.
Mit dem Geld, das diese Planung verschlingt, könnten viele sinnvolle Projekte angegangen werden, die den Bürger*innen wirklich zu Gute kommen.

Joachim Finkbeiner-Rinn, 10.01.2021

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Schmetterlinge statt Supermarkt

Wenn ich am Waldrand entlang vom Hesselbrunnen Richtung Kipp laufe, nehme ich immer mein Fernglas mit. Es ist ein sehr schöner Weg und es gibt hier immer etwas zu entdecken. Über den offenen Flächen kreisen häufig Mäusebussarde, manchmal kommt auch der Rotmilan vorbei. Die Rehe laufen gern vom Wald auf die Wiese, um dort zu grasen oder zu ruhen. Auch der Fuchs kontrolliert früh morgens die Mäuselöcher, auf der Suche nach einem Frühstück.

Bei der Mähwiese am alten Forsthaus gucke ich nach den Schmetterlingen und nach den Libellen, die dort immer in großer Zahl herumfliegen. Dort suchen Schachbrettfalter, Wiesenvögelchen und Tagpfauenaugen nach Nektar oder sonnen sich auf den Halmen. Aber um die Stars unter den Insekten zu treffen, muss man etwas Glück haben: nur wenige Wochen im Jahr fliegen die Ameisenbläulinge, den Rest ihres Lebens verbringen sie im Ameisenbau. Dieser Schmetterling ist nicht nur schön, er ist leider auch sehr selten geworden. Wir können froh sein, dass wir im Odenwald noch solch wertvolle Lebensräume haben.

Und solche Flächen hier sollen Parkplätzen, einem Supermarkt oder was auch immer geopfert werden? Jetzt, wo ganz Deutschland über das Insektensterben redet und wo der Schwund der Artenvielfalt neben dem Klimawandel zu den dringendsten globalen Problemen unserer Zeit gehört? Bitte nicht!

Edit Spielmann, 10.01.2021

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Supermarkt auf der grünen Wiese

Ein Supermarkt auf der grünen Wiese am Ortsrand? Das ist doch der ewig gleiche Irrsinn, der schon seit den 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts unsere Landschaften immer mehr zerfrisst. Lernen wir denn nie dazu? Wenn man heute in Wilhelmsfeld nach Gründen fragt, warum wir einen neuen Supermarkt, gerne auch „zeitgemäßer Nahversorger“ genannt, brauchen, dann höre ich bisher nur, „weil es beim WILKA-Markt so beschwerlich ist, den vollen Einkaufswagen vom Geschäft auf den Kundenparkplatz zu schieben“. Na, dann lasst uns doch dafür sorgen, dass der Übergang über die Straße so hergerichtet wird, dass das Ärgernis dort ein Ende hat. Dafür müssen wir doch nicht unsere schöne Ortseinfahrt ruinieren. Die Kosten dafür dürften überschaubar sein.

Jochen Schwarz, 10.01.2021

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